Kos mit family im Herbst 2009
 

Mittwoch

15:00 Unser Taxi steht pünktlich vor der Tür, am Fertigungsschalter keine Warteschlange, durch die Zollkontrolle gelangen 4 Schweikls und 1 Hanselmann ohne Zwischenfälle: unser Start in den wohl verdienten Herbsturlaub verläuft absolut reibungslos.

Der erwartete Kampf um die heiß begehrten Fensterplätze bleibt überraschenderweise ais, die Kids einigen sich schnell und friedlich untereinander. Ich bin ein wenig erstaunt, aber dann lehne ich mich zufrieden zurück und genieße den ganzen Einstiegs- und Platzeinrichtungstrubel um mich herum. Endlich Urlaub! Wir heben pünktlich ab, mein Blick schweift vorerst ein letztes Mal über Dresden im herbstlichen Sonnenschein.

Nach zwei einhalb Stunden Flugzeit und einem beeindruckens intensiven Sonnenuntergang landen wir auf dem Flughafen der Insel Kos, nahe der Ortschaft Antimahia. Ein Bus bringt uns zum Hotel. Wir sind die letzten, die abgesetzt werden. Einerseits kostet dies uns eine Menge Zeit, auf der anderen Seite jedoch beschert es mir eine gemütliche Zigarette vorn beim Fahrer.

Alles ist in abendliches Dunkel gehüllt, ich sehe leider fast nichts von der Umgebung der Insel. Selbst das Meer lässt sich nur erahnen. Nele verschläft die meiste Fahrzeit im Bus und wird erst munter, als ich sie in die Rezeption unseres Hotels trage.
Unser Zimmer ist schnell bezogen, die Schlafplatzfrage mehr als rasch geklärt, und so ziehen wir noch einmal los, um einen Imbiss und ein bisschen zu trinken einzunehmen. Nele ist völlig übermüdet und eigentlich nur am Schreien. Mit Essen ist da nicht mehr viel, aber dafür hauen die Großen mächtig rein :-)

Donnerstag

Der Weckel klingelt gegen halb neun das erste Mal. Eine dreiviertel Stunde später schaffe ich es, mich aus dem Bett zu quälen und die meisten Kinder zum Aufstehen zu bewegen. Pami bleibt liegen, keine Chance. Wir anderen machen uns auf zum 1. Frühstück auf Kos.

Im Laufe des Vormittags machen wir es uns am Pool gemütlich; ich treffe die Reiseleitung. Schade, die Zwei-Insel-Rundfahrt findet nur donnerstags, also heute, statt. Somit für uns nicht mehr buchbar. Die Wasserwelt hat auch schon seine Pforten geschlossen, so dass es für uns keine große Auswahl mehr an Unternehmungen gibt.

Nach dem üppigen Mittagsmahl machen wir uns auf zum Strand, verschmähen sowohl Shuttle-Bus als auch den öffentlichen Nahverkehr, und es geht los auf Schusters Rappen. Endlich würdigen meine beiden Großen die Landschaft in ihrer wundervollen Andersartigkeit, und sie entdecken immer neue skurrile Dinge. Nele bleibt ständig stehen, bestaunt Kühe, Steine und Katzen, so dass wir das Meer erst nach einer reichlichen halben Stunde Fußmarsch erreichen. Alex und Pami meckern: Zuviele Steine, zu wenig Menschen, zu kleine Wellen... was solls? Die beiden Kleinen haben ihren Spaß, und ich aale mich faul in der Sonne, während ich das Dauergenörgel der Großen ignoriere. Endlich Urlaub!

 

Freitag

Nachdem wir einen halben Tag am Pool verbracht haben, mache ich mich am Nachmittag mit den Kleinen auf, Kos ein wenig näher zu betrachten. Genauso ein wenig ärgere ich mich über die Großen, die so überhaupt keine Ambitionen zeigen, irgendetwas über ihren Urlaubsort heraus zu finden... Mit dem Shuttlebus gelangen wir drei in die Stadt, un dort bummeln wir ziellos durch die Straßen: Die Eisportionen sind riesig, selbst mit dem besten Vorsatz nicht zu schaffen! Ein Stückchen Strand an der Busstation lädt uns zum Verweilen und Baden ein. Das Wasser ist herrlich!!!

Erst spät am Nachmittag begeben wir uns auf den Rückweg und verlaufen uns prompt. Nach einigen Irrungen und Wirrungen gelangen wir auf den richtigen Pfad. Irgendwann war mir klar geworden, dass wir uns "nur" an den Bergen orientieren mussten, um glücklich erschöpft im Hotel an zu kommen.

 
Samstag
Für heute habe ich eine Inselrundfahrt anberaumt. So stehen wir bereits um 8:30 auf und warten aufgeregt oberhalb des Hotels auf den Bus, der uns einsammeln soll.
Die Reiseleiterin erzählt und erklärt ununterbrochen während der ganzen Fahrt. Es ist fast unmöglich, sich dem Genuss der wundervollen Gegend hinzugeben. Was ich höre, ist nämlich so interessant, dass ich gleichzeitig lauschen und betrachten muss :-) Kos nennt sich auch die Hauptstadt der Insel, in der Antik neben Alt und Neu in milder Harmonie bestehen.Und gar nicht mal so klein! 17.000 Menschen leben hier.
Es geht hoch ins Gebirge. Das Hospital, unser Ziel, liegt über 350 m hoch am Fuße des höchsten Berges von Kos, der fast 900 m über der Insel ragt. Hier wirkte Hypokrates, erster wissenschaftlicher Arzt und Heiler der Antike...wir erfahren viele interessante Dinge über sein Wirken und die Bedeutung der Hospitäler der damaligen Zeit.
Pami vergnügt sich derweil mit den unzähligen wilden Katzen, die auf Kos an jeder Straßenecke anzutreffen sind; Alex schießt Fotos, Robin lauscht ebenso interessiert wie ich, und Nele turnt zwischen allem hin und her.

Am Ende der Besichtigung gönne ich mir den ersten, guten Kaffee, seit wir auf der Insel gelandet sind.

Nächste Station ist eine Weinkellerei; die größere der beiden einzigen Kellereien auf Kos. Bei der anschließenden Weinverkostung halte ich mich an die neben stehende Käseplatte. Lecker! Die Kiddies tun's mir gleich.

Weiter geht es in einen kleinen Gebirgsort namens Spila, wo uns 45 Minuten Zeit gelassen wird, uns umzusehen und einzukaufen. Typische Touristenrundfahrt eben! Spila ist berühmt für seinen Honig und das Olivenöl, das es hier an jedem Stand zu kaufen gibt. Nele bekommt ein schickes neues Kleid und Alex ein T-Shirt, Pami verlangt es nach einem Gürtel; auf einmal erscheint die Zeit viiiiiel zu knapp! aber es hilft nix; rein in den Bus und weiter 'gen Westen...
Nun durchqueren wir die gesamte Insel von Ost nach West, ingesamt sind dies 45 km. Vorbei an üppig begrünten Tälern, baumlosen Gebirgskämmen, der schmalsten Stelle der Insel, die nur 1,8 km bemisst und an der wir von beiden Seiten deutlich das Meer erblicken können, gelangen wir nach Kefalos, wo es endlich das heiß ersehnte Mittagessen gibt. Umgeben von herrlichsterm, menschenleerem Strand mit dem klarsten Wasser, das ich jemals gesehen habe, genießen wir unsere wohl verdiente Mittagspause. In diesem Gebiet gibt es nur ein einziges Hotel, welches derzeit jdoch renoviert wird. So ist Kefalos DER Geheimtip für alle, die fernab jeglichen Touristenrummels einen Tag am Strand verbringen wollen.

Ein voller Magen macht träge und müde sowieso, doch einen Stop gibt es noch für uns arme, gepeinigte Touristen :-) zurück auf dem Weg nach Kos-Stadt. Wir halten an einer kleinen Windmühle. Zu bestaunen gibt es außerdem die Nachbildung einer Behausung der Mühlenbetreiber. Während Alex & Pami faul im Bus sitzen bleiben, schaue ich mir mit den Kleinen gemeinsam alles von vorn nach hinten an.

Sonntag

Sonntag ist Ruhetag. Dem getreu verbringen wir den gesamten Tag am Pool , recken den Bauch in die Sonne und lassen uns braun braten.

Montag

Heute ist mal wieder ein ausgedehnter Stadtbummel angesagt. Dabei legen wir etliche Kilometer zu Fuß zurück, umrunden die alte Stadtfestung, durchqueren den Hafen, in dem von kleinen segelbooten nur so wimmelt und ein wahrlich kunterbuntes Treiben herrscht, treffen hie und da auf Fetzen deutscher Sprache und finden endlich einen Strand, an dem wir uns für den Rest des Tages niederlassen.

Wir brechen erst sehr spät auf, und von da ab scheint alles schief zu laufen. Zunächst stellen wir fest, dass es an diesem Tag keinen Shuttlebus mehr geben wird, der uns zum Hotel zurück bringen kann. Der nächste öffentliche Bus fährt erst in mehr als einer Stunde ab. Wir beginnen, den Weg zurück zu laufen, und Robin verknackst sich einen Fuß.
Puh! Wir laufen mehr schlecht als recht noch ein Stück die Straße entlang, bis uns endlich ein rettendes Taxi aufsammelt und zum Hotel bringt. Der Tag hatte es wirklich in sich! An diesem Abend gehen wir zum ersten Mal abends aus; es ist Kinderdisco. Nele amüsiert sich prächtig, nur die Animateure mag sie besonders. Sie tanz lieber alleine vor sich hin :-)

Dienstag

So ungern ich es an dieser Stelle eingestehe, aber den Dienstag haben wir schlicht und ergreifend am Pool vergammelt... ein jeder hatte seinen Spaß dabei!
Ich habe meinem am abend, als die kleinen bereits schlafen und die Großen vor der Glotze hängen. Denn ich hatte mich überrumpeln lassen und zugestimmt, am Billard-Turnier teil zu nehmen. Mit der mir zugeteilten Partnerin belegen wir den dritten Platz von 10 Paaren, und ich habe erstmalig näheren Kontakt zu erwachsenen Leuten hier im Hotel. Bis drei Uhr morgens sitze ich mit einigen Gästen, dem Animateur und den Angestellten in der Lounge. Sprachbarrieren gibt es nicht. Wir können uns weitgehend auf deutsch, tschechisch, russisch und englisch verständlich machen, und ich erfahre viel über das Leben der hier arbeitenden Menschen. Der Abschied fällt schwer, und ich bin ein wenig traurig, dass ich nicht schon eher abends mal raus bin aus unserem Kabuff...

Mittwoch
Unser letzter Urlaubstag auf Kos ist angebrochen. Er hält jedoch noch etwas ganz besonderes für uns bereit! Die Abflugzeit des Fliegers erlaubt es uns, einen kleinen Bootsausflug mit zu machen.
Ein wahrhaft würdiger Abschluss unseres gemeinsamen Urlaubs! Nicht nur, dass Alex für kurze Zeit das Boot steuern durfte, selbst Robin stand stolz am Steuerrad und konnte gar nicht genug bekommen...
Die Ausfahrt führte uns auf eine kleine Insel vor Kos, an der wir auch kurz Halt machten, um Mittag zu essen, Steine ins Meer zu schmeißen und die Füße ins Wasser zu halten.
Nach unserer Ankunft wurde alles ein wenig hektisch: Gepackt war bereits, aber Robin machte sich unheimlich Sorgen, wirkönnten den Zubringer-Bus verpassen, der uns zum Flughafen bringen soll. Daher saßen und warteten wir tatenlos eine knappe Stunde in der Einfahrt des Hotels. Was einem Kind zuliebe nicht alles möglich ist!
Uns erwartet die umgekehrte Wiederholung des Ankunftsrituals d.h. wir werden als die ersten vom Bus eingesammelt und klappern somit sämtliche Hotels in der Stadt Kos mit ab. Als alle Gäste an Bord sind, dämmert es bereits, und mein letzter bleibender Eindruck von der Fahrt zum Flughafen ist der wohl flammendste, impossanteste Sonnenuntergang, den ich jemals gesehen habe.
Ende
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