Robin ist drei, und Robin ist klein;
er hält fest umklammert ein Band.
Doch Robin ist traurig, oh, seht doch, er weint;
die Augen zum Himmel gewandt.


Dort fliegt ein bunter Luftballon
fröhlich mit dem Wind davon;
Dreht und wirbelt tanzend in die Welt.
Er zog aus kleiner Kinderhand
aus in unbekanntes Land;
wohin der Wind ihn weht, den kleinen Held.


Robin schaut lang dem Ballon hinterher
und ein Lächeln erhellt sein Gesicht.
Er fasst meine Hand und weint nun nicht mehr,
eine Träne noch glitzernd im Licht.

Er drückt mich ganz fest und flüstert mir zu:
„Mein Luftballon ist jetzt frei!
Er ist schon groß, und ich bin noch klein;
und ich möchte dort oben nicht sein.“


Robins kleiner Luftballon
tanzt fröhlich mit dem Wind davon.
„Fliege weit, wir wünschen dir viel Glück!“
So spürt ein kleines Kinderherz
seinen ersten Abschiedsschmerz:
Es weiß, vielleicht kehrt er ja zurück!?
Doch er fühlt sich wohler ohne seinen Strick!
Und wenn ICH mal groß bin, flieg’ ich einfach mit...

Dresden, 21. Juni 2005
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