An wie vielen Tagen fühl’ ich mich klein
und fehlt mir der Mut auf die Lust, ein Mensch zu sein.
Ich liege im Gras und höre den Bäumen zu,
sie raunen so leise, als kämen sie bald zur Ruh’.
Ich stelle mir vor, wie es wäre, ein Baum zu sein,
und köstlicher Friede hält seinen Einzug ein!

Um wie vieles mehr an Tagen mein Dasein verrinnt,
ich zähle die Zeit in Jahren, nach Ringen bestimmt.
Unbeschwert gehe ich jeden Morgen an,
weil ich mich nachts mit dem Wind in den Schlaf wiegen kann.

> Keinerlei Sorgen bringt mir das Morgen; muss nicht angstvoll auf meinen Schatten seh’n!
> Falsch oder richtig ist nicht wichtig; brauche als Baum, um zu leben, nicht vorwärts gehn.

Regen und Sonne als einziges Elixier;
ich glaube, ein Leben als Bäumchen gefiele mir.
Ich würde noch wachsen und müsste nicht hier fort,
und Zeit meines Lebens blieb ich an einem Ort!
Könnte nicht fühlen, wie einsam im Grund ich bin!
Ob Licht oder Schatten; niemals ein Neubeginn.
# Auf uns’rer Welt ein Leben als Baum?
Ich käme nicht aus mit so wenig Raum!
Dieses Gespinst meiner Fantasie sagt mir;
Besser als Menschsein treffe ich’s nie. Nie!

> Bäume sind weise, wispern leise; und sie beugen sich hingebungsvoll dem Wind.
> Ein Mensch kann weinen und begreifen, dass seine Träume die lichten Momente sind.

An wie vielen Tagen fühl’ ich mich klein;
bloß gut, dass ich weiß, wie es ist, ein Mensch zu sein!

Dresden, 27. Juli 2005
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